Besatz

→ Besatzkalkulation
→ zu den Fischen
→ zu den Wirbellosen

Pro Liter Wasser ein cm Fischlänge. Bei 5.000 Liter ergibt das 50 m Fische = 10 ausgewachsene Tigerhaie.

Das kann natürlich nicht funktionieren. Leider wird diese überholte Faustformel immer noch von selbst ernannten Koryphäen propagiert. Es sind die selben Leute, die uns versichern, dass sich Fische im Wachstum an der Größe des Aquariums orientieren. Eine substanzlose Behauptung, die den Tatbestand der Tierquälerei erfüllt. Oder sind Menschen aus Einzimmerwohnungen etwa kleiner als Bewohner von Eigenheimen? Wir müssen unseren Fischen nicht jeden Tag aufs Neue vor Augen führen, dass sie in Gefangenschaft leben.

Überlegungen:

Damit man abschätzen kann, ob der gewünschte Besatz bei gegebener Beckengröße vertretbar ist, müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden. Natürlich spielt die Endgröße des Fisches eine Rolle. In vielen Fällen ist das arttypische Verhalten aber wesentlicher. Handelt es sich um einen agilen Schwimmer? Braucht er Artgenossen? Wie viele? Beansprucht er ein Revier? Wie groß? Benötigt er bestimmte, möglicherweise voluminöse Einrichtung? Darum habe ich eine Besatzkalkulation durchgeführt.

Für streng bodenorientierte Fische ist die zur Verfügung stehende Fläche des Bodengrundes naturgemäß wichtiger als die Höhe des Wasserstandes. Ähnlich verhält es sich mit Oberflächenfischen. Den erwartungsgemäß meisten Platz benötigen agile Schwimmer der mittleren Wasserschichten. Hier wäre es sehr wünschenswert, dass der Abstand vom Bodengrund zur Oberfläche mehr beträgt als die meist üblichen 40-50 cm.

Wegen der Wasserbelastung muss auch der Stoffwechsel berücksichtigt werden. Was frisst der Fisch? Wie viel? Wie beeinflusst das die Wasserwerte? Aber auch eine gute Filteranlage und intensive Wasserwechsel können die Beckengröße nicht verändern.

Bei all diesen Überlegungen muss unbedingt auch einfließen, dass ein Aquarium niemals den Inhalt fasst, für den es verkauft wird. Weil sich die (utopischen) Literangaben üblicherweise nur auf die Außenabmessungen des Glasbehälters beziehen. Das ernüchternde Realvolumen errechnet sich abzüglich Glasstärke, Abstand der Oberfläche zum Beckenrand und der Verdrängung von eingebrachter Dekoration, Bodengrund, Technik und Pflanzen. Deshalb ist eine um 15-20% geringere Literzahl als realistisch anzunehmen. Es ist also gar nicht so abwegig, dass angebliche 400 Liter in Wirklichkeit nur 320 sind. Das bezieht sich auf die Menge des Wassers. Wird bepflanzt, dekoriert, ein Innenfilter eingesetzt, so verringert sich der ohnehin bereits geringere freie Raum zusätzlich.

Letzte Änderung: 14. Dezember 2018

Teile die Seite mit Deinen Freunden: