Beleuchtung

Sämtliche Funktionen der Beleuchtung werden mit einem Profilux IIIeX erzeugt.

Themen

1. Konstruktion
2. Abdeckung
3. Hauptbeleuchtung
4. Effektbeleuchtung
5. Beleuchtungsdauer
Tipp

1. Konstruktion

Die selbst gebaute Oberflächenabdeckung ist in drei annähernd gleich große Felder aufgeteilt. Dabei ist die Fläche der Felder durch die Zugstreben des Aquariums vorgegeben. In jedem Feld liegt ein annähernd quadratischer Rahmen aus Aluminium-Profilen. Dieser Zwischenspalt wurde mit einem PVC-Streifen abgedichtet, dass keine Fische zwischen den Aluminiumrahmen hindurchspringen. Der Streifen ist mit Klettband befestigt, weil die Rahmen im Bedarfsfall leicht herausnehmbar sein sollen. Die Aluminiumrahmen werden mit einem mehrteiligen Klappensystem aus PVC-Platten vollständig nach oben abgedeckt. In jeden dieser Alu-Rahmen sind frei verschiebbar jeweils zwei Leuchtbalken und dazwischen ein Mitras-Simu-Stick eingelegt. Die Leuchtbalken sind so in die Aluminiumrahmen eingelegt, dass die PVC-Platten direkt darauf aufliegen.

Es gibt zwischen Wasseroberfläche und Abdeckung keine waagerechten Flächen, weil ansonsten sprungfreudige Fische darauf liegenbleiben und vertrocknen könnten. Denn das ist die Grundvoraussetzung für die Haltung von Beilbauchsalmlern und Spritzsalmlern!


Zusätzlich liegen in den Rahmen noch mehrere ebenfalls verschiebbare Aluminium-Träger zur Aufhängung von Moorkienholz und Effektbeleuchtung.

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2. Abdeckung
Rohmaterial für Rahmen
Rohmaterial für Rahmen

Ursprünglich war das Aquarium lediglich mit über Flachbandscharnieren verbundenen PVC-Platten abgedeckt. Im Laufe der Zeit neigten diese Platten zum Durchbiegen. Ohne Verstärkung sind PVC-Platten in dieser Größenordnung also nicht geeignet. Das führte im Vorfeld der Renovierung zu einer Neukonstruktion. Dabei wurde die grundsätzliche Aufteilung in drei Klappenelemente aus je drei beweglichen Platten beibehalten. Die Stabilität wurde hingegen deutlich erhöht.

Verschieden weit aufgeklappte Elemente
Verschieden weit aufgeklappte Elemente

Um das Problem des Durchbiegens ein für allemal zu lösen, griff ich zu einer massiven Rahmenkonstruktion aus Aluminiumvierkantrohren. Natürlich im Eigenbau. Auf diese wurden die neuen PVC-Platten mit Aquariensilikon aufgeklebt. Die Beweglichkeit stellen Scharniere aus Edelstahl sicher. Damit ein Verrutschen der Klappenelemente beim Öffnen verhindert wird, gibt es an der hinteren Klappe jeden Elements einen über Scharniere befestigten PVC-Streifen. Dieser Streifen wird mit Klettband über die gesamte Breite an der hinteren Aquarienwand fixiert. Erstaunlich, wie fest das hält.

Die jeweils vorderste Platte der drei Klappenelemente verfügt über eine Futteröffnung, die mit einem Schieber vollständig verschlossen werden kann. Also insgesamt drei Futteröffnungen.

Futterautomat am Trichter neben dem Schieber
Futterautomat am Trichter neben dem Schieber

Weil es mich gestört hat, dass für den Betrieb der Futterautomaten immer die Schieber geöffnet waren, musste eine andere Lösung her. Für jeden Futterautomat gibt es jetzt ein rundes Loch, in dem ein Glastrichter steckt. Glas deshalb, weil es glatter ist als Kunststoff. Futterteilchen bleiben nicht so leicht hängen. Außerdem lassen sie sich bequem in der Spülmaschine reinigen. Wenn die Frau nicht hinguckt. Die Futterschieber werden jetzt nur noch für die Dauer einer manuellen Fütterung geöffnet. Das gibt mir bei meinen springfreudigen Fischen ein besseres Gefühl.

Komplette Abdeckung mit Futterautomaten
Komplette Abdeckung mit Futterautomaten

Die jeweils hintere Platte der beiden äußeren Klappensysteme trägt drei 120 mm Lüfter zur Kühlung des Aquariums. Je nach Position der integrierten Schieber sind die Öffnungen der Lüfter entweder vollständig verschlossen oder vollständig geöffnet.

Im Vergleich mit der ursprünglichen Lösung ist die jetzige Variante extrem verwindungssteif, was auch die Handhabung erleichtert. Selbst wenn ich jetzt einen gefüllten Wassereimer auf die Abdeckung stelle, ist keine Durchbiegung mehr zu beobachten. Der Umbau hat sich eindeutig gelohnt.

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3. Hauptbeleuchtung

Man liest immer wieder, dass Leuchtstoffröhren bei einem Wasserstand von mehr als 60 cm zur Beleuchtung nicht mehr ausreichen. Diese Behauptung ist schlicht falsch. Denn in meinem Aquarium kann der Boden bei einer Wassertiefe von 118 cm immer noch grell ausgeleuchtet werden. Allerdings verzichte ich den Fischen zuliebe darauf.

Zum Einsatz kommen sechs Leuchtbalken mit je 2 x 54 Watt T5. Die Gesamtleistung der Hauptbeleuchtung beträgt also maximal 648 Watt. Die Reflektoren sind aus poliertem Edelstahl. Jeder Leuchtbalken wird separat gedimmt und ist bestückt mit Osram 830 und Osram 865. Die Leuchtbalken sind in zwei Reihen angeordnet, weil ich damit eine über die Gesamtfläche gleichmäßige Beleuchtung erreiche. Im laufenden Betrieb wird natürlich nur ein geringer Teil der möglichen Lichtleistung abgerufen. Denn sonst wäre es viel zu hell. Allerdings kann ich für Wartungs- und Pflegearbeiten bei Bedarf den betreffenden Teil des Beckens maximal ausleuchten. Die zugehörige Funktion hab ich mir auf den Profilux Touch gelegt. Auch das Fotografieren wird dann erheblich erleichtert.


Der zur Steuerung der Beleuchtung eingesetzte Profilux hat pro Westernbuchse zwei 1-10 Volt-Kanäle. Dazu verwende ich Y-Verteiler mit Kanalwechsler aus dem Zubehörhandel. So kann ich mit einer dieser Western-Buchsen zwei Leuchtbalken unabhängig voneinander ansteuern. Für die sechs Leuchtbalken benötige ich also nur drei Westernbuchsen des Profilux. Trotzdem wird jeder Leuchtbalken völlig unabhängig von den anderen gedimmt.

Eine Simulation drüber ziehender Wolken erfolgt durch überlappendes Dimmen der einzelnen Leuchtbalken. Bei Regen- und Gewittersimulation werden die Leuchtbalken ebenfalls abgedimmt.

Die Abwärme der Beleuchtung trägt in auch erheblichem Maße zur Beheizung des abgedeckten Beckens bei. Wenn die vorgegebene Wassertemperatur um 1 Grad überschritten wird, womit hauptsächlich im Sommer zu rechnen ist, werden die Röhren automatisch abgedimmt. Dies geschieht dann stufenlos bis zum vollständigen Erlöschen bei 2 Grad Überschreitung.

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4. Effektbeleuchtung

Drei Mitras-Simu-Stick 95 sorgen für Morgen- und Abendrot, Mondphasen und Blitze. Die Simu-Sticks sind an selbstgebauten Trägern mittig zwischen den beiden Leuchtbalkenreihen angeordnet. Dabei beträgt die Gesamtleistung der Effektbeleuchtung maximal 60 Watt.


Die simulierten Mondphasen entsprechen bezüglich Helligkeit den aktuellen realen Mondphasen. Ich habe das Mondlicht fahl weiß mit einem ganz schwachen Blaustich eingestellt. Außerdem ist es selbst bei Vollmond recht duster. Der Mond ist schließlich kein grellblauer Flakscheinwerfer. Da der Profilux anscheinend keinen Mondauf- und untergang kennt, leuchtet das Mondlicht die ganze Nacht.

Bei den Gewittersimulationen habe ich auf disco-ähnliche Stroboskop-Effekte verzichtet. Die Blitze sind zwar sehr hell, haben aber realitätsnahe Pausen von bis zu 20 Sekunden zwischen den Einzelereignissen. Selbstverständlich wird bei Gewittern oder Regenphasen die Hauptbeleuchtung deutlich abgedimmt. Auf Wunsch können die Blitze vom Profilux mit dem passenden Donnergrollen unterlegt werden.

Beim Morgenrot wollte ich bewusst vermeiden, dass Assoziationen zu Rotlichtbezirken entstehen. Ich habe mich daher für einen orangeroten Farbton entschieden, der mit zunehmender Helligkeit ins gelbliche wechselt. Beim Abendrot natürlich umgekehrt.

Nicht wirklich notwendig, aber eine nette Show.

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5. Beleuchtungsdauer

Die Standard-Beleuchtungsdauer geht von 9:30 bis 21:30 ohne “Mittagspause”. Gegen Beginn und Ende ist die Beleuchtung schwächer. Die stärkste Intensität dauert von 13:30 bis 17:30. Während der simulierten Trockenzeit dauert das ganze Programm eine Stunde länger und bei Regenzeit eine Stunde kürzer. Zusätzlich erfolgt eine Anpassung des Dimmungsgrades.

Die Herkunft des Besatzes ist am Äquator angesiedelt, wo die Tages- und Nachtdauer praktisch konstant sind. Jedoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass manche Pflanzen bevorzugt im Kurztag blühen, andere dagegen im Langtag. Die eine Stunde mehr oder weniger scheint den Fischen wurscht zu sein, denn die sind mehr auf die Schwankungen der Wasserwerte fixiert, als auf die Beleuchtungsdauer.

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Tipp:

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Nach einer gewissen Betriebsdauer verlieren die Reflektoren der Leuchstoffröhren ihren Glanz. Damit sinkt natürlich auch der Wirkungsgrad. Schuld sind Wasserflecken, die mit der Zeit zu einem matten Belag führen. Zum Glück ist die Abhilfe recht einfach. Der demontierte Reflektor wird mit einer Zitronensäure-Lösung abgerieben und anschließend mit klarem Wasser kurz abgespült. Alternativ kann auch eine Lösung aus Amidosulfonsäure verwendet werden, wie man sie zum Entkalken von Kaffeemaschinen nimmt. Zur Sicherheit sollte man mit der Behandlung auf der Rückseite beginnen. Nicht alle für Reflektoren verwendeten Materialien sind so unempfindlich wie polierter Edelstahl.

Die selbe Behandlung sollte man übrigens auch den Leuchtstoffröhren zuteil werden lassen, denn auch sie sind dem Spritzwasser ausgesetzt. Selbstverständlich gilt das auch für LED-Leuchten, deren Schutzscheibe genau das gleiche Problem hat. Auch hier lässt sich der Wirkungsgrad der Beleuchtung wieder deutlich anheben.

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Letzte Änderung: 14. Dezember 2018

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