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66 Einträge
Kai schrieb am 1. Mai 2020 um 21:30:
Hallo Wolfgang,
heute bin ich durch Zufall über Deine sehr schön umfangreiche Seite im Internet gestolpert. Auslöser war eigentlich die Inbetriebnahme meines 1. UV-C Klärers an meinem 250 L Weichwasser-Südamerika-Salmler-Gesellschaftsbecken (derzeit 45 µS/cm Leitfähigkeit). Ich stellte mir die Frage, ob ein UV-C Klärer durch den im Wasser enthaltenen Sauerstoff womöglich auch einen positiven Nebeneffekt durch evtl. Ozonbildung auf die Keimreduktion im Becken haben könnte. Also die Frage schnell in die Suche eingegeben und schwups konnte ich durch einen Deiner Artikel auf Deiner Seite lernen, dass dem (in meinem Falle leider) nicht so ist.

Ich bin zwar schon seit einigen Jahrzenten Aquarianer und seit 3 Jahren habe ich auf einem 1/2 m² Fläche 3 Becken zur Nachzucht von Rote Neon (ein Dauerzuchtbecken mit 51 L Nutzwasser u. 2 kleine 12 L Becken zur Aufzucht/Schlupf von Eiern und Larven), bisher ohne jegliche Krankheitsprobleme, die Fische machen durchweg einen guten Eindruck und zeigen agiles Verhalten. Ursprünglich waren es Elterntiere aus Kolumbien welche ich nach erst 1 Jahr soweit hatte, dass ich Nachzuchten bekam. Heute nun sind die Nachzuchten selbst mehrfache Elterntiere. Das Jahr 2020 hätte ich eigentlich in das Jahr des Roten Neon taufen können, denn seit Neujahr laufen mitlerweile beide 12er wieder mit Nachwuchs.
Bei den Rote Neon kommt ausschließlich pures Umkehrosmosewasser mit ca. 8 µS/cm Leitfähigkeit versetzt mit 1ml Toru Min Torfextrakt auf 10 L Wechselwassser + 1 ml Plants Green Pflanzendünger auf die 51 L Nutzwasser im Daueransatzbecken zur Anwendung. Das passiert mit 20 L Wechselwasser alle 5 Tage, weil ich dann die entnommenen 20 L für den Wasserwechsel in den beiden 12er Becken mit Nachwuchs für ca. 90% Wasserwechsel nutze. Das hat sich mit der Zeit ganz gut bewehrt.
Um so verblüffter war ich, dass ich nach Neubesatz meines 250er mit Kupfersalmlern, Blaue Neon und schwarzen Phantomsalmlern, sowie den kolumbianischen Elterntieren Rote Neon nach einigen Wochen zunächst Probleme mit Ichtyo jedoch nur an den noch recht jungen Blaue Neon bekam.
Ich wollte wegen gut eingefahrener Filter (Jahrelanger Betrieb zwei großer JBL 1501 Außenfilter, großzügig mit Soporax und Filterschwamm bestückt, sowie älterem Torfgranulat in einem der Filter) keine Chemie bzw. Medikamente anwenden.
Ich laß im Internet von Heilungmöglichkeiten durch Verbesserung aller Lebensumstände der Tiere und einer evtl. mit der Zeit eintretenden Resistenz der Tiere durch Verstärkung der Schleimhaut und Training des Immunsystem der Tiere und war sehr interessiert! Ich machte mehrere umfangreiche Wasserwechsel (140 L mit Umkehrosmosewasser und nur sehr moderater Aufsalzung mit JBL Aquadur (das normale), sowie moderater Zugabe von Toru Min Torf Extrakt (ca. 1/5 der empfohlenen Dosis). Nach einigen Wochen ging Ichtyo so wie es gekommen war ohne eine Fisch zu verlieren! Mangels Quarantäne Becken war mir klar, dass ich das Risiko eingehe mir alle möglichen Krankheitserreker und Parasiten ein zu schleppen. Immerhin habe ich versuch dieses Risiko durch Kauf aller Fische beim gleichen Händler zu reduzieren. Als weitere Unsicherheit dürfte gelten, dass unbekannt ist, welche Fische von dort tatsächlich aus Nachzuchten stammten und welche womöglich doch Wildfänge waren...
Seit einigen Wochen nun plagen meine Fische große Blasen auf bzw. wohl kurz unter der Schleimhaut, kleine Geschwüre, Verformungen von Kiemen und Kopfbereich, vereinzelt winzige Wunden auf dem Seitenlinienorgang.
Nach einiger Recherche kam ich zu der Vermutung es könnten Aeromonas Bakterien als Ursache sein.
Nun gelernt aus meinem Erlebnis mit Ichtyo und der mittlerweile sicheren Erkenntnis, dass ich mir alle möglichen Erreger beim Kauf wohl eingeschleppt habe, werde ich auch dieses Mal ohne Chemie bzw. Medikamente (alleine schon mangels Erkenntis über die tatsächliche Ursache!) über einen bisher ungewöhnlichen Weg helfen, eben den UV-C Klärer. Auch wenn ich nun ab heute erst praktische Erfahrung zu dem Thema sammeln kann, bin ich doch durch all die theoretischen Erkenntnisse und Wirkweisen zu dem Schluss gekommen, dass diese Anschaffung ein wesentlicher Schlüssel zur Verbesserung der biologischen Umgebungsumstände für die Tiere darstellen wird (selbstverständlich im Dauerbetrieb und das Gerät eine Nummer größer gewählt als lt. Hersteller nötig wäre) - EHEIM reeflex 500 für ein 250er Becken mit ca. 220 lt. Nutzwasser. Der Filter hätte leer und neu einen Durchlauf lt. Hersteller v. 1400 L/h.
Gleich mitgekauft das neuere Toru Min Torfextrakt, welches interessanterweise nun wohl eine kleine Menge Jod zur Laichstimmulation enthält. In meinem Falle spekuliere ich auf eine Unterstützung des Immunsystem der Fische.
Das Futter wurd ebenfalls gewechselt, von Sera Diskusgranulat (zerkleinert kurz vor Fütterung) u. Sera Züchterfutter (stinkt wie sau und kam mir deshalb schon immer etwas suspekt vor) auf "Sera Vipagran nature Hauptfutter" da ich mit "Sera Micron nature" als alleiniges Aufzuchtfutter für die Rote Neon bisher super Erfahrung gemacht habe.
Das Becken ist voll mit Pflanzen und meine Limnofila sessiliflora u. Hornblatt muss ich regelmäßig gärtnern, sonst haben die Fische keinen Platz mehr zum schwimmen, darunter ist ein alt-Bestand aus jeder Menge Anubia nana in Kies und einigen schwarzen Amazonas Pflanzen. Das Wasser ist eigentlich chemisch gesehen top, Nitrat eher sinken statt steigend (dank Siporax und ca. 8cm Kies-Bodengrund (langjärig eingefahren, ca. 2-3mm Körnung). Bodenheizung gibt es auch. CO2 Düngung über pH-Regler mit Elektrode und Nachabschaltung ist ebenfalls vorhanden, pH-Wert ist derzeit auf 6,1-6,2 eingestellt. Morgends vor Licht ein liegt er bei ca. 6,5-6,6.
Gefüttert wird moderat, die Menge wird vorher abgemessen, dann zerkleinert (weil Salmler u. kleine Fische) und dann in vielen kleinen Mengen mit etwas Zeitversatz so gefüttert, dass möglichst wenig Futter nicht durch den Fischmagen geht).
Kürzlich habe ich zu meinem Erstaunen einen Kupfersalmler Jungfisch in ca. 1cm Länge entdeckt. Also wie gesagt, so schlecht kann das Wasser chemisch gesehen nicht sein, sonst währe er weder geschlüpft noch ohne extra Futter bis zu dieser größe gewachsen.
Meine Vermutung geht sogar dahin, dass genau dieser Fisch vermutlich am Ende das beste Immunsystem aller haben könnte, da er die Krankheitserreger schon kennen gelernt hat, bisher sieht der top aus!
Nun habe ich also heute bereits 3 Faktoren zur Verbesserung der Lebensumstände meiner Tiere getan, der UV-C Klärer, ein wenig neues Toru Min Torfextrakt um ein wenig Jod als Spurenelement ins Wasser zu bekommen und gleich das neue Futter in gewohnt moderater Menge gefüttert (welches übrigens wesentlich angenehehmer riecht).
Nun heißst es also warten, Fische und Pflanzen gut und häufig beobachten, vermeintliche Krankheitssymptome im Auge behalten.
Was schon seltsam ist, die Kupersalmler fangen die Balz wieder an, die deutlichen Farbunterschiede der Geschlechter sind nun noch deutlicher, Blaue Neon schwammen vermehrt oben zwischen dem Hornblatt (ist in einen Schlittz oben an der Rückwand geklemmt da es ja keine Wurzeln bildet). Aber die Wirkung des UC-C Klärers dürfte wohl erst in einigen Tagen sichtbar werden.
In der Zeit werde ich wohl noch einige Male Deine Texte auf Deiner Seite hier verschlingen und schauen, was ich aus Deinen Erfahrungswerten noch so alles lernen kann und für meine Becken nutzen kann, wenn ich auch eher 0,5 m³ (mit Wechselwasser in Kanistern) statt 5 m³ habe! ;-).
Deine Seite hier finde ich wirklich sehr gut gemacht und die Ideen und Erfahrungen und das Wissen was Du hier versammelst ist einfach super. Ich kenne bisher nur eine Seite im Internet die ähnlich umfangreich und gut ist, wenn auch auf eine etwas andere Art, aber Eure Seiten passen irgendwie auch wieder zusammen, dort wird von "höherer Aquaristik und dem sehen Aquarianer" berichtet (zu finden mit dem Stichwort "Afizucht" bzw. Zoo-Splett). Das hat nichts mit Esotherik oder sonstigem Unfug zu tun, es beschreibt vielmehr die Tatsache, dass es Dinge in der Aquaristik gibt, welche man eben nicht so einfach Messen oder Planen kann, welche man nur durch Beobachtung und probieren erfährt und lernt. Du schreibst von "Aneignen" das trifft das Ganze mindestens genau so gut. Nur durch Wissen und lernen macht die Aquaristik dauerhaft Spaß und zeigt Erfolge.
Bei mir war es der Kindheitswunsch einmal im Leben Rote Neon nach zu ziehen. Nun vor einigen Jahren gelang es mir dann erstmalig mit Wildfängen (ich wollte sicherstellen keine evtl. unfruchtbaren Tiere durch falsche Haltung bei Zwischenhändlern zu erwischen).
Mittlerweile sind es 3 erfolgreiche Nachzuchtphasen und ich wundere mich, warum mein 250er Gesellschaftsbecken scheinbar Krankheitsprobleme zeigt! Das sind so Dinge die versteht man auch nach Jahrzenten der Aquaristik nicht gleich und man fängt wieder an zu lernen und nach zu forschen woran es genau in diesem Becken unter genau diesen Umständen hapert.

Über Anregungen würde ich mich freuen um weiter lerenen zu können, über Tips zum UV-C Klärer ebenfalls. Jetzt gerade stelle ich mir z.B. die Frage, ob der Durchfluss zu hoch sein könnte oder ob mein Filter aufgrund des Alters, der Filtermaterialien, der Bakterienbeläge auf den Schläuchen, des Flussweges durch Schläuche und UV-C Klärer, sowie dem platt gedrückten Ausströmerrohr doch genügend gebremmst ist, damit die UV-C Strahlung ihre Wirkung entfahlen kann, also von den 1400 L/h evtl. nur noch 400 - 800 übrig sein könnten? Die Lampe hat eine Leistung von 9W auf der Verpackung stehen komischerweise 10W (könnten diese durch die reflektierende Bauart des Gerätes zustande kommen?)

Ok, nun doch ein Roman.
Ich freue mich auf Tips und Anregungen und vorallem freue ich mich Deine Seite hier im Internet gefunden zu haben. 🙂

Gruß Kai
Administrator-Antwort von: Wolfgang Engel
Hallo Kai,

Wow, das ist ja mal ein umfangreicher Eintrag ins Gästebuch! Und ich mach´ mir Gedanken, ob meine Texte zu lang sind. 😄 Jedenfalls hab ich Deine Ausführungen und Beschreibungen aufmerksam und interessiert gelesen. Vielen Dank dafür.

Deine Beschreibung zur Nachzucht der Roten Neon fand ich sehr gut, hat sie mich doch in meine frühen aquaristischen Jahre zurückversetzt. Damals als armer Student noch von kommerziellen Hintergedanken getrieben. Das große Geld als Neonzüchter war dann doch eher klein, und die Aufstellmöglichkeiten für eine entsprechend umfangreiche Zuchtanlage waren nicht gegeben. Also nur im kleinen Maßstab.

Damals habe ich das Wasser über Vollentsalzung und Torffilterung konditioniert. ToruMin gab es zwar schon, aber ein Sack Torf aus dem Baumarkt hat nun mal ein deutlich günstigeres Preis/Leistungs-Verhältnis. So ist das als armer Student. 😉

Zu den Schleimhautschäden Deiner Fische kann ich wenig sagen. Ich mag auch keine Ferndiagnosen. Nur soviel, dass so etwas möglicherweise auch von Ektoparasiten herrühren kann. Das ist natürlich rein spekulativ. Wenn dem so sein sollte, dann könnte ein UV-C Klärer natürlich die Anzahl der in der Wassersäule vorhandenen Plagegeister und damit den weiteren Befall reduzieren.

Damit sind wir beim nächsten Thema. Ich mach's kurz: Die 9 Watt UV-C erscheinen mir etwas gering. Egal was die Hersteller propagieren. Die in diesem Gerät eingesetzte Röhre hat laut Hersteller (Philips) einen Wirkungsgrad von nur 26 %, das heißt lediglich rund 2,3 Watt echte UV-C Strahlung. Der Rest ist sonstiges. Das ist übrigens normal. Generell gilt: Je kleiner die Röhre, desto schlechter der Wirkungsgrad. Ist halt so. Dummerweise reduziert sich die abgegebene Strahlungsleistung an UV-C während der einjährigen Nutzungsdauer um etwa 20 %. Das ist der Grund, warum man die Röhren nach einem Jahr austauschen sollte. Für Dein Gerät heisst das: Nach einem Jahr hast du noch rund 1,8 Watt reine UV-C Strahlung.

Ich rate Dir unbedingt, die Wirksamkeit mit einem Keimzahltest zu überprüfen. Eine Wasserprobe im laufenden Betrieb, dann ausschalten und nach 48 h ohne UV-C ein zweiter Test. Der Unterschied sollte deutlich erkennbar sein. Natürlich kann man mit einem Keimzahltest keine Ektoparasiten ermitteln. Wäre zu schön. Aber die UV-C Strahlung tötet auch diese und der Keimzahltest sagt etwas über die grundsätzliche Wirksamkeit der Gerätekonfiguration aus. Den Test würde ich nach einem Jahr wiederholen, um zu erfahren, ob die Wirksamkeit noch gegeben ist.

Pauschal kann man sagen, dass der Beckeninhalt rechnerisch mindestens einmal pro Stunde durch den Klärer muss. Das ist bei Deinem Aquarium gegeben. Die maximale Durchflussmenge bei Deinem Gerät würde ich in den von Dir erwähnten Bereich 400-800 l/h legen. Kann sein, dass es so wie gewünscht funktioniert. Wenn ja, dann ist es gut.

Jetzt hast Du mich noch auf mein "Aneignen" hingewiesen. Zum Glück ist es richtig bei Dir angekommen. Eigentlich müsste es ja "Lernen" heißen. Nun, ich wollte diese vier Punkte gerne unter einem möglichst treffenden Akronym vereinigen und AQUL hätte nicht funktioniert. 😊 Sagen wir einfach, das ist meiner persönlichen Eitelkeit geschuldet...

Wenn noch irgend was unklar ist, (oder einfach so) kannst Du mich gerne kontaktieren.

Viele Grüße

Wolfgang

P.S.: Die 10 Watt sind die Anschlussleistung. 9 Watt für die Röhre, 1 Watt für das Vorschaltgerät.
Patrick aus Bielefeld schrieb am 15. April 2020 um 12:58:
Ich bin gerade sehr glücklich, dass deine Seite ein Gästebuch hat, denn so kann ich direkt hier einmal ein Lob aussprechen. Kaum eine Seite hat es in der heutigen Zeit geschafft, dass ich so gut wie JEDEN Beitrag, also jede Seite besuche und auch lese. Ich weiss nicht, wann ich das letzte Mal mehrere Stunden auf einer Website zugebracht habe. Bin da auch ein bissl neidisch 😀
Erst einmal Meeega Respekt für diesen Aufwand, vor allem aber vielen Dank, dass du uns hast teilhaben lassen. Ein großartiges Projekt, welches ich in meinem Blog mal lobend erwähnen werde.
Viele liebe Grüße aus Bielefeld.
Patrick
Administrator-Antwort von: Wolfgang Engel
Hallo Patrick,

vielen Dank für Dein Lob.

Manchmal habe ich mich schon gefragt, ob ich es mit der Menge an Seiten und dem Informationsumfang nicht übertrieben habe. Ich denke mir dann: "Das liest doch eh' keiner." Das war mir auch durch den Kopf gegangen, als ich die Verrohrung der Osmosefilters in der Historie und im Thementext eigepflegt hatte.

Wenn ich allerdings so eine Rückmeldung wie jetzt von Dir erhalte, sind die Zweifel ausgeräumt. Und vielleicht ist es mir ja gelungen, dass Du neuerdings darüber nachdenkst, ein ähnliches Projekt in Angriff zu nehmen? 😉 Keine Angst, Du wärst nicht der erste...

Viele Grüße

Wolfgang
Uwe aus Dortmund schrieb am 9. April 2020 um 14:02:
Hallo Wolfgang
Vor kurzem hab ich die Seite gefunden erstmal wow das Becken,und nach 2 Stunden intensives Lesen bin ich sehr begeistert wie einfach doch alles sein kann mit der Aquaristik vor allen das mit dem Frostfutter selbst zu machen was ich Morgen auch umsetzen werde.Ich habe auch lange mit mir gehadert wegen einen UVC klärer aber hab durch ihnen es endlich ablegen können und seit dem WE ein im Einsatz und muss sagen die Fische schwimmen irgendwie agiler durchs Becken (Südamerika Barsche)Jetzt noch eine große Frage gibt es eine Möglichkeit das Wasser dauerhaft anders weich zu kriegen hab keine Möglichkeit mit ner Osmoseanlage zu Arbeiten da der Platz für ein Auffangbehälter für das Osmose Wasser fehlt .
Lieben Gruß Uwe
Administrator-Antwort von: Wolfgang Engel
Hallo Uwe,

weiches Wasser ist manchmal nur mit einem gewissen Aufwand zu bekommen. Es sei denn, man wohnt in einer Gegend, in der es einfach aus dem Wasserhahn kommt. Alle anderen müssen sich gegebenenfalls etwas überlegen.

In der Aquaristik greift man üblicherweise auf drei verschiedene Möglichkeiten zurück, die manchmal auch parallel genutzt oder kombiniert werden:
1. Osmose
2. Vollentsalzung
3. Regenwasser

Wie Du bereits geschrieben hast, scheidet die erste Möglichkeit für Dich aus. Die dritte Option ist selbsterklärend, allerdings auch nicht immer für jeden umsetzbar.

Bleibt also die Vollentsalzung. Wenn ich das jetzt hier erkläre, platzt das Gästebuch. 😄 Ich werde Dir daher ein paar Infos per Mail zukommen lassen.

Viele Grüße und schöne Ostern

Wolfgang
Mike Frutsch aus Kelkheim schrieb am 16. März 2020 um 8:46:
Hallo Wolfgang,
Meine Aquarienzeuten sind lange vorüber und waren auch eher amateurhaft (daher ist es wohl auch gut, dass sie vorbei sind, vor allem für die Fische..).
Da ich aber in meinem Wohnmobil einen UV Klärer aus der Aquaristik verwende, um das Frischwasser keimfrei zu halten, war ich ganz begeistert, deine Messwerte zu finden. Die Umgebungsbedingungen sind (hoffentlich) nicht ganz vergleichbar, aber es hat mich dich dazu angeregt, dass der Klärer jetzt durchlaufen wird, statt ihn nur am Anfang nach dem Einfüllen von neuem Wasser ein paar Stunden laufen zu lassen in der Hoffnung, "gleich alle Bakterien plattmachen und dann ist Ruhe".
Ganz so einfach ist es offensichtlich nicht, auch wenn das Wachstum im einigermaßen nährstoffarmen Frischwasser sicher langsamer vonstatten geht. Ansonsten sind die Randbedingungen mit 50-100l mit einem kleinen Aquarium ja durchaus vergleichbar.
Was mir noch fehlt, ist ein mit 12V Gleichspannung betreibbarer Klärer, so etwas ist sicher auch für einige solarabhängige Teichbetreiber von Interesse. Im Moment muss ich das Teil mit einem Wechselrichter betreiben, was geht, aber suboptimal ist. Vielleicht kennt ja jemand aus der Aquaristik so etwas (Ein handliches Gerät mit 12v hatte ich schon mal entdeckt, war aber leider Wechselspannung...).
Auf jeden Fall vielen Dank für die Anfertigung und Veröffentlichung der Messergebnisse und die Ausführungen zum UV Klärer!
Gruss Mike
Administrator-Antwort von: Wolfgang Engel
Hallo Michael,

jetzt verstehe ich, warum in letzter Zeit Besucher von kastenwagenforum.de auf meiner Seite gelandet sind. 😄

Ist schon einleuchtend, dass man als Wohnmobilist möglichst keimfreies Wasser im Vorratstank haben möchte. Ich dachte immer, das wird über Chlortabletten realisiert. Da ist UV-C natürlich deutlich angenehmer, weil geschmacksneutral.

Im Vergleich zum Aquarium hast Du im Vorratstank wesentlich bessere Voraussetzungen zur Entkeimung als ich im Aquarium. Während beim Aquarium immer nur ein kleines Volumen entkeimt wird und im restlichen Becken die Vermehrung munter weiterläuft, wird bei Deinem Vorratstank das ganze Volumen bestrahlt. Da geht's den Keimen richtig dreckig.

Ansonsten gilt auch hier: Lampe aus bedeutet steigende Keimzahlen. Wie Du schon geschrieben hast, passiert das in Deinem Tank langsamer als in einem Aquarium. Aber trotzdem wird eine Vermehrung einsetzen. Gegenmaßnahme: Dauerbetrieb.

Betreffend Deiner Suche nach einem 12V Gleichspannungs-Klärer kann ich Dir weiterhelfen. Ich kenne einen Anbieter, der so was speziell für Deinen Anwendungszweck im Programm hat. Den Link schick' ich Dir per Mail.

Viele Grüße in den Taunus

Wolfgang
Jon Hagedorn aus Copenhagen, Denmark schrieb am 20. Januar 2020 um 23:54:
Hi Helmut,
What a fantastic reading. I'm about to build a large diy aquarium myself. Actually i have been in the planning process for 2.5 years - 3D CAD drawing, strength simulation and material considerations. I think it is really difficult to find the "optimum" DIY construction method. I have mostly thought of plywood construction but i always come to the conclusion that i cannot be sure how much stress is build up along the joints/seams. I like concrete because it is a more "dead" and stable material. However the weight is a clear drawback, and also the fact that if one is going to sell the house one day, it will be a mess to take down the aquarium. My tank will be "only" around 3000 litre, but it is very valuable for me to see how you do it and also your wall thickness and other construction details. A few questions if you have time for it 🙂
- did you vibrate the concrete ?
- I saw two layer of iron fence arming in the lower 1/3rd of the aquarium and a single layer for the rest. Is that correct ?
- What is the parameters for the iron arming fence you used ?
- You choose epoxy/fiber method for waterproofing, 4 layers. I think this will last forever. Did you consider polyester/glassfiber with topcoat ? Do you have a few words on your considerations. Also the risk of epoxy allergic reaction and the very precise mix ratio requirement. Also do you think the epoxy is easy to work with (i have limited experience with polyester only).
Thumbs up for your impressive achivement.
Best regards, Jon.
Administrator-Antwort von: Wolfgang Engel
Hello Jon,

I also spent a long time planning. Nevertheless, I only made the decision to use concrete shortly before construction began. This aquarium is my only concrete aquarium. It will definitely remain my only one. So I'm definitely not a professional for concrete aquariums. That's why I got advice from a professional aquarium builder during construction. I also recommend that to you. Nevertheless, I would like to answer your questions.

- Of course, I shook the concrete over and over again with an iron bar so that the air bubbles can escape.
- I reinforced the iron reinforcement in the lower third of the walls, because the highest pressure occurs there due to the water pressure. Even though my advisor said it wasn't necessary.
- The mesh size of the steel mats is 150 x 150 mm, the thickness of the bars is 10 mm.
- A coating other than epoxy / glass fiber was never planned. This combination is used in zoos. It has to stay there for decades. Processing is not very difficult. You just have to be careful not to mix too large portions. The processing time of the finished mixture is limited. I used this resin: epoxy According to the manufacturer, it is physiologically harmless.

Best regards to Copenhagen

Wolfgang

P.S .: Who is Helmut? 😊
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Letzte Änderung: 14. Dezember 2018

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